Ressourceneffizienz soll sich lohnen

Ohne Ressourcenschutz gibt es keinen Klimaschutz. Das Umweltbundesamt hat Maßnahmen erarbeitet, die den Hunger nach Rohstoffen eindämmen könnten.

Pro Jahr verbraucht jeder Mensch in Deutschland mehr als 16 Tonnen Metall, Beton, Holz und andere Rohstoffe, das sind 44 Kilo am Tag. Der Ressourcenhunger Deutschlands liegt damit deutlich über dem internationalen und europäischen Durchschnitt. Das geht aus dem aktuellen Ressourcenbericht des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Es sind Zahlen, die einem zu denken geben. Ein Großteil der Rohstoffe wächst nicht nach. Zwei Drittel der Ressourcen importiert Deutschland, oft zu Lasten exportierenden Länder, die mit den Umweltschäden durch den Abbau leben müssen.

Niedrigere Steuern für Recycling-Produkte

„Unsere Wirtschaftsweise und unser Konsum belasten ganz erheblich die Umwelt in anderen Ländern. 70 Prozent der bei uns verbrauchten Rohstoffe kommen aus dem Ausland, davon sind vier Fünftel nicht nachwachsend. Wir müssen viel sorgsamer mit Rohstoffen umgehen“, mahnt Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. Krautzberger spricht sich für klare Einsparziele und ökonomischer Anreize zur Umsetzung aus. So sollten Materialien für den Baubereich billiger werden, wenn dafür weniger oder keine Primärrohstoffe eingesetzt werden. Ein Beispiel ist Recyclingbeton: Seine Herstellung spart bis zu 45 Prozent Kies. Der Preis könnte um eine Mehrwertsteuerreform gesteuert werden, so der Vorschlag. Verbraucher würden rohstoffeffiziente Produkte einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent bezahlen.

Wegwerf-Gesellschaft auf dem Prüfstand

Zudem plädierte das UBA für feste Wiederverwertungsquoten, etwa in der Produktion von Plastiktüten oder Mülltonnen. Damit Verbraucher überhaupt erst die Möglichkeit haben, sich für rohstoffschonende Produkte zu entscheiden, seien verbindliche Umwelt- und Sozialstandards für Rohstoffe in Form von Zertifizierung sinnvoll. Nach dem Willen des UBA sollen auch Reparaturen steuerlich gefördert werden. Dann, so die Hoffnung, blieben Produkte länger im Einsatz anstatt bei einem Defekt auf den Müll geworfen zu werden.