Außen hui, innen pfui

Ressourcenverschwendung durch Luftverpackungen

Im Supermarkt werden die Verbraucher von übergroßen, nicht einmal halbvollen Verpackungen getäuscht. Dabei ließe sich durch vollgefüllte Packungen viel Müll einsparen.

83 Prozent der Packung ohne Inhalt

Im Zuge der akuten Plastikmüll-Problematik werden Verbraucher immer wieder dazu ermahnt, bewusster zu konsumieren, um Müll zu vermeiden. Der Fehler lässt sich jedoch auch durchaus bei den Herstellern suchen. Egal ob Müsli, Chips, Geschirrspültabs oder Waschmittel – die meisten Verpackungen sind nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Produkte, über die viele Beschwerden eingegangen sind, mittels Röntgenbildern untersucht. Die durchschnittliche Füllhöhe betrug 41 Prozent. Am schlechtesten schnitt ein Grießbrei ab, bei dem 83 Prozent der Packung inhaltslos ist.

Kein Ende der Ressourcenverschwendung in Sicht

Durch vollgefüllte Verpackungen ließe sich ganz einfach Verpackungsmaterial einsparen. Würde ein Waschmittelhersteller beispielsweise 800.000 volle Flaschen statt den aktuell eine Million Plastikflaschen mit geringem Füllstand vertreiben, würden dadurch nach Berechnungen der Verbraucherzentrale 20 Tonnen Plastikmüll wegfallen. Aus rechtlicher Sicht sind die Luftverpackungen jedoch kaum zu beanstanden, und auch das Inkrafttreten des neuen Verpackungsgesetzes wird nicht helfen, den unnötigen Verpackungsmüll zu reduzieren